Termine  

September 2017
M T W T F S S
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1
   

Auch wir haben Brüder, Schwestern

 

eben alles was man so unter der "Buckligen Verwandtschaft" versteht

 

Hier sind allerdings keine Menschen an sich gemeint,  sondern artverwandte Stile mit deren Grundlagen oder Prinzipien wir eng zusammenstehen. Da wir keinerlei Probleme mit diesen Stammbäumen haben,  informieren wir hier auch ein wenig über die "Familie".

Familie bedeutet hier das wir in irgendeiner Form im Laufe unserer Geschichte von diesen Stilen beeinflußt wurden,  oder Dinge von ihnen übernommen haben. Das haben ausnahmelos alle anderen Stile auch getan, nur würden die meisten das niemals zugeben. Fast alle behaupten mehr oder weniger das Rad erfunden zu haben.....hmm also darüber wundern wir uns schon fast ein halbes Jahrhundert. Wir würden uns freuen wenn andere Stile Teile unseres Systems übernehmen würden,  nur sollten sie es dann auch zugeben können.

AKS gibt hier offen zu, wir sind wie Borg, wir assimilieren, alles was gut ist erwägen wir unsere Technik damit zu bereichern. Alles was nicht so gut ist lassen wir lieber liegen, ganz nach dem Motto eines Chinesischen Mittagsbuffetts.

 

WA = Frieden, Harmonie

DO = Weg in philosophischen Sinne

RYU = Schule

 

Wado Ryu

 

OthsukaAlt

Prof. Hironori Ohtsuka geb.1. Juni 1892 Begründer des Wado Ryu Karate

 

Wado Ryu ist eine der vier großen japanischen Stilrichtungen und wurde von H. Ohtsuka gegründet. Dieser war ein Meister des Jiu-Jutsu, eine in Japan ausgeübte Kampfkunst, die ebenso wie das okinawanische Karate von der Chinesischen Kampfkunst beeinflusst war.

 

Wadō-Ryū

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wadō-Ryū (和道流) ist eine Stilrichtung des Karate. Die Bedeutung von Wadō ist gleichzusetzen mit der Weg des Friedens. Ryū bedeutet so viel wie Schule.

 

Entwicklung

Prof. Hironori Ōtsuka (8. Dan im Shindo Yoshinryu Jiu-Jitsu; 10.Dan im Wado-Ryu Karate), Begründer des Wadō-Ryū und Schüler von Gichin Funakoshi, kombinierte das von Funakoshi unterrichtete Karate mit Techniken des Jiu-Jitsu und verkürzte die Bewegungen und Stellungen.

Am 1. April 1939 wurde die Stilrichtung vom Dai Nippon Budoku Kai offiziell als Karate-Stilrichtung registriert.

Merkmale des Stils

Durch die Einflüsse des Shindo Yoshinryu Jiu Jitsu sind die Bewegungen kleiner, die Stellungen kürzer und im Kumite werden vor allem Ausweichbewegungen geübt, direkte Konter, aber auch Hebel und Würfe angewandt. In der Kata sind gegenüber Shōtōkan die größten Unterschiede festzustellen. Wado Ryū Katas haben ein leichteres, weniger kraftvolles Erscheinungsbild, sind ökonomisch in der Bewegung, verlieren dadurch jedoch nicht die Wirksamkeit in der Technik. Diesem Prinzip entsprechend liegt im Wado Ryū der Hauptakzent auf die Bewegung des Körpers (tai sabaki). Tai Sabaki ist eine minimale Ausweichbewegung, deren Ziel es lediglich ist, aus der zentralen Angriffslinie (Sei Chu Sen) herauszukommen. Diese Ausweichbewegung kann teilweise nur aus einer Hüftdrehung bestehen.

Kata

Im Wado Ryu werden folgende Kata trainiert:

Pinan shodan (平安初段) Naihanchi (内畔戦) Jion (慈恩)
Pinan nidan (平安二段) Kushanku Jitte (十手)
Pinan sandan (平安三段) Chinto Niseishi
Pinan yondan (平安四段) Seishan Wanshu
Pinan godan (平安五段) Bassai (抜塞) Rohai (鷺牌)

Gegenwärtige Vertreter

Momentan (Juni 2004) ist ranghöchster Vertreter dieser Stilrichtung der Sohn des Meisters, Jiro (Hironori) Ōtsuka (* 18. Februar 1934).

Der Deutsche Karate Verband hat dem Holländischen Trainer Rob Zwartjes den 9. Dan verliehen. Im Deutschen Karate Verband ist Shuzo Imai (7. Dan) der z.Z. (Stand: Juli 2006) ranghöchste Vertreter der Stilrichtung. Gleichberechtigt stehen als die am meisten frequentiereten Lehrgangsleiter Heinrich Reimer 7. Dan AKS-Karate und 6, Dan Wado Ryu und Andreas Modl 7. Dan AKS-Karate und 6. Dan Wado Ryu. Seit dem 16. September 2006 ist Dr. Marie-Luise Weber (1. Dan) aus München Bundesstilrichtungsreferentin für Wadō-Ryū-Karate im DKV. Zuvor waren der aus Hamburg stammende Uwe Hirtreuter (7. Dan) und Friedemann Böhme (5. Dan) aus Bayern Bundesreferenten. Eine weitere große Persönlichkeit ist Christel Ehlert aus Rendsburg. Sie trägt den 6. Dan und ist damit eine von wenigen Frauen in Deutschland, welche den 6. Dan besitzen.

Bibliographie 

  • Teruo Kono: Der Weg zum Schwarzgurt. 1981, ISBN 3-9804461-0-7
  • Teruo Kono: Der Weg des Schwarzgurtes. 1996, ISBN 3-9804461-1-5
  • Shingo Ohgami: Introduction to Karate. 1995, ISBN 91970231-16
  • Shingo Ohgami: Karate Katas of Wadoryu, ISBN 91970231-08
  • Hironori Ōtsuka: Wado Ryu Karate. 1977, ISBN 0-920129-18-8
  • Josef Schäfer: KARATE DO, Tradition & Innovation. 2002, ISBN
  • Andreas Modl: AKS-Prüfungsordnung bei Budokonztept Deutschland
  • Uwe Hirtreuter und Axel Domnick: Wado-Ryu-Karate. Alsterdruck Hamburg

Weblinks

Videos 

Europameisterschaft 1987

Weitere Informationen 

Quelle: Wikipedia

Aikidō

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

RTEmagicC Aiki Demo 04.gif

 

Aikidō [aikidoː] (jap. 合気道 oder 合氣道) ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba als Synthese verschiedener Aspekte unterschiedlicher Budō-Disziplinen, vor allem aber als Weiterentwicklung des Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu begründet wurde. Ein Kampfkünstler, der sich im Aikidō übt, wird als Aikidōka bezeichnet.

Das Ziel beim Aikidō ist zum einen, die Kraft eines gegnerischen Angriffs abzuleiten (Abwehr) und zum anderen, gleichzeitig dieselbe Kraft intelligent zu nutzen, um den Gegner vorübergehend angriffsunfähig zu machen (Absicherung), ohne ihn dabei schwer zu verletzen. Dies geschieht in der Regel durch Wurftechniken (nage waza) und Haltetechniken (osae waza oder katame waza), die den Hauptteil der Aikidō-Techniken ausmachen. Das Besondere im Aikidō ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken und dadurch vermittelnd eine entsprechend defensive und verantwortungsbetonte geistige Haltung, gelehrt werden.

 

Prinzipien und Wirkung

Die Techniken des Aikidō beruhen auf physikalischen Prinzipien (wie z. B.: Achsen, Hebel, Kinetik). Mit fortschreitendem Training tritt jedoch die reine physikalische Kraft immer mehr in den Hintergrund und wird vielmehr durch Genauigkeit, Beweglichkeit und Zentriertsein ersetzt. Schließlich ist es der Fluss des Ki oder das Kokyū des Übenden, das den Gegner bewegt bzw. zu Fall bringt. Die Angriffsenergie wird im Gegensatz zu vielen anderen Kampfkünsten nicht geblockt, sondern so umgelenkt, dass der Verteidiger daraus einen Vorteil erlangt. Dabei werden im Wesentlichen zwei Prinzipien verwendet, irimi und tenkan. Irimi ist das Prinzip des „in den Angriff Eintretens und mit ihm Harmonisierens“, während man mit tenkan den Angriff mit einer Drehbewegung vorbeilässt und dabei mit ihm harmonisiert.

Die zentrale Kraft im Aikidō ist Kokyū (呼吸), die Atemkraft, die der Muskelkraft des körperlich Stärkeren überlegen ist. Genauer bezeichnet ist Kokyū (呼吸) der Atem, Kokyū dōsa (呼吸動作) heißt Atemkraftbewegung aus dem Seiza und Kokyū hō (呼吸法) ist eine Übung zur Entwicklung der Atemkraft. Die Atemkraft und das Ki gehören zusammen. Wenn die Atemkraft richtig geübt wird, wird auch der Fluss des Ki positiv beeinflusst.

Aikidō kann von Menschen jeder Größe und jeden Alters praktiziert werden. Es ist eine der schwerer erlernbaren Kampfkünste, und es benötigt mehrere Jahre Übung, bis ein Schüler in der Lage ist, sich damit wirksam zu verteidigen. Dass Aikidō geeignet ist, in einer entsprechenden Situation effektiv zur Verteidigung eingesetzt zu werden, wird selten bestritten, obwohl Aikidō von außen betrachtet meist sehr harmonisch, wenn nicht gar tänzerisch und choreografiert wirkt.

Da Ueshiba, der von den Aikidōka O-Sensei (翁先生, japanisch: Altehrwürdiger Lehrer, oft auch Großer Lehrer, 大先生) genannt wird, ein Experte in der Handhabung von Schwert (Katana), Speer, Stab/Stock (, ) und auch im Jiu-Jitsu und anderen Kampfkünsten war, beinhalten die Techniken des Aikidō viele große und fließende Bewegungen. Diese Bewegungen werden daher zum Teil auch mit den althergebrachten Namen aus diesen Kampfkünsten bezeichnet. In seiner besten Zeit (im Alter von ca. 55 Jahren) galt Ueshiba (der nur ungefähr 1,55 m groß war) in den einschlägigen Kampfkunstkreisen Japans als unbesiegbar. Eine Anekdote berichtet, wie der damals berühmteste Ringer Japans in Ueshibas Dōjō kam und ihn bat, ihm seine Kunst zu demonstrieren. Dieser forderte den Ringer daraufhin auf, ihn hochzuheben, welches demselben nicht möglich war. Auf die Frage nach dem Trick, der dahintersteckt, antwortete Ueshiba: „Ich bin in Einheit mit dem Universum. Wer kann das bewegen?“

 

Verbreitung

Die zentrale Stadt für Aikidō ist Tokio in Japan, in der das Honbu Dōjō (jap.: Haupt-Übungshalle) angesiedelt ist.

Im Jahre 1951 stellte Meister Mochizuki Minoru in Frankreich zum ersten Mal Aikidō in einem europäischen Land vor. Im folgenden Jahr kam Meister Tadashi Abe in Marseille an und begann, Aikidō in Europa zu verbreiten. Im Jahre 1953 wurde Aikidō auf Hawaii durch Kōichi Tōhei eingeführt. 1956 ging André Nocquet als erster Franzose nach Tokio, um im Aikikai zu trainieren. 1961 kam Meister Masamichi Noro nach Paris. Um etwa 1960 wurde die Kampfkunst nach Deutschland gebracht. Als wichtigste Einzelpersonen sind hier Katsuaki Asai, der 1965 23-jährig vom Aikikai als offizieller Vertreter nach Deutschland gesandt wurde, und Gerd Wischnewski zu nennen, der sich Anfang der 1970er Jahre vom Aikidō und Kendō zurückzog. Katsuaki Asai gründete den Aikikai Deutschland und Ende der 1960er Jahre wurde unter der Leitung von Rolf Brand im Deutschen Judobund die Sektion Aikido gegründet, aus der in den 1970er Jahren der Deutsche Aikido Bund hervorging. Seither entwickelten sich weitere Aikido-Verbände.

Im Jahre 1965 wurde Aikidō in Australien bekannt.

In Europa wurde die Verbreitung von Nobuyoshi Tamura und Masamichi Noro, beide waren Uchideshi von Morihei Ueshiba, von Frankreich aus vorangetrieben. Hiroshi Tada verbreitete Aikidō von Italien aus, während Katsuaki Asai seine Dienste aus Deutschland heraus leistete. Später kamen noch Masatomi Ikeda (Schweiz), Yasufusa Kitaura (Spanien) und Kazuo Chiba (Vereinigtes Königreich) hinzu. In den sechziger Jahren zerstreuten sich Ueshibas Schüler der Nachkriegszeit über die ganze Welt. Heute gibt es fast in allen Ländern der Welt Aikidō-Dōjō.

Die Internationale Aikidō-Föderation (I.A.F.) wurde 1975 gegründet und umfasst sechs kontinentale Verbände und mehr als vierzig nationale Aikidō-Verbände. Daneben gibt es viele weitere Verbände und Dōjō innerhalb und außerhalb des Aikikai.

 

Der Name und seine Interpretation 

In den verschiedenen Entwicklungsphasen nannte Morihei Ueshiba seine Kampfkunst Aiki-Bujutsu und danach Aiki-Budō. Erst im Laufe des Zweiten Weltkrieges nannte Morihei Ueshiba seine Kampfkunst Aikidō.

 
RTEmagicP f85205f997

Schriftzeichen für Aikidō

Der Name Aikidō wird aus drei sinojapanischen Schriftzeichen geformt (合気道, „Ai“- Übereinstimmung, „Ki“ - Lebenskraft, „Do“ - (Lebens)-Weg, die auch als Harmonie, Energie und Weg/Methode übersetzt werden) und kann daher in etwa als „Der Weg der Harmonie im Zusammenspiel mit Energie“, „Weg zur Harmonie der Kräfte“ oder „Der Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“ übersetzt werden.

Diese Bezeichnung bezieht sich darauf, dass Aikidōtechniken darauf ausgelegt sind, Angriffe durch die Kontrolle ihrer Energie und nicht durch das Abblocken derselben zu kontrollieren. Ein häufig genanntes Gleichnis hierfür ist, dass die flexible Trauerweide einem Sturm durch Biegen widerstehen kann, während die viel stabilere Eiche brechen wird, wenn der Wind zu stark ist.

Als Schriftzeichen für Ki kann man sowohl 気 als auch 氣 finden, wobei 気 die vereinfachte und aktuell verwendete japanische Form des ursprünglichen chinesischen Zeichens 氣 ist, das Morihei Ueshiba verwendete. Obwohl oft zu finden ist, dass 合 (Ai) mit Liebe zu übersetzen sei, ist dies nicht korrekt. Das Missverständnis geht auf ein Zitat von Morihei Ueshiba zurück, in dem dieser feststellt, dass er sich unter anderem deshalb entschlossen hat, seine Kampfkunst Aikidō zu nennen, weil 合 genauso ausgesprochen wird wie 愛, was eben Liebe bedeutet. Während der Versuch einer wörtlichen Übersetzung von Aikidō etwa das Prinzip ideal koordinierter Energie liefert, sind die in Aikidō vorkommenden Begriffe nicht zuletzt durch die Ausführungen von Morihei Ueshiba sehr stark mit Konnotationen belegt, was die vielen sehr freien Übersetzungen erklärt.

Der Ausdruck Aiki (合氣) wurde bereits in älteren japanischen Kampfkünsten benutzt, insbesondere im Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu (大東流合氣柔術), und hatte dort die Bedeutung der „angemessenen Kraft“ im Sinne des Mitgehens mit dem Angreifer. Erst Ueshiba erweiterte die Deutung auf eine auch spirituelle Harmonie.

 

Das Üben

Aikidō wurde von dem Gründer Morihei Ueshiba nicht als Sport angesehen, sondern vielmehr als Misogi-Waza („mi“ frei übersetzt: Körper; „Misogi“ frei übersetzt: den Körper schälen, raspeln, schneiden). Wettkämpfe sind im Aikidō nicht vorgesehen. Die Partner arbeiten zusammen, damit jeder einzelne seine Technik perfektionieren kann. Neue Graduierungen werden durch Vorführung diverser Techniken erreicht, ohne dass die Partner dabei als Gegner miteinander kämpfen.

Die Übungseinheiten bestehen zum überwiegenden Teil aus Kata-Geiko: Die Rollen von Angreifer und Verteidiger sind festgelegt, so wie Angriff und Verteidigung meist vorgegeben werden. Erst als fortgeschrittener Aikidōka beginnt man, sich langsam von der Form zu lösen; zunächst sind, z. B. im freien Üben, Angriff und Verteidigung nicht mehr streng vorgeschrieben, später beginnt man, die Rollenaufteilung in Uke und Nage/Tori zu überwinden.

Während in einigen Stilen nur im Zusammenhang mit Bokken, von Kata gesprochen wird, sind in den meisten Stilen des Aikidō Kata mit Partnern, also Kata-Geiko die zentrale Übungsform.

Der Aikidōka achtet darauf, in den eigenen Bewegungen frei zu werden und nicht mehr über jeden einzelnen Schritt nachzudenken. Die Bewegungsabläufe sollen sich im Unterbewusstsein festigen. Regelmäßiges Üben verbessert die Beweglichkeit und fördert durch komplexe Bewegungsabläufe Konzentration, Koordination, Grob- und Feinmotorik sowie das körperliche und geistige Wohlbefinden. Auf Dauer ist eine Verbesserung der Wahrnehmung unserer Umwelt möglich.

Übungskleidung 

Als Kleidung wird beim Üben der Ende des 19. Jahrhunderts von Jigorō Kanō, dem Begründer des Jūdō, eingeführte Keiko-Gi getragen. Fortgeschrittenere Schüler tragen darüber eine Art Hosenrock, Hakama genannt. Im Gegensatz zu heute, wo in verschiedenen Stilrichtungen Aikidōka erst ab dem 1. Dan einen Hakama tragen, war es früher üblich, dass jeder Aikidōka von Anfang an einen Hakama trug. Diese Veränderung stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Da während dieser Zeit die Stoffe für viele Schüler Morihei Ueshibas zu teuer waren, baten sie bei Ueshiba um Erlaubnis, ohne einen Hakama am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Deshalb ist es in sehr vielen Dōjō üblich, dass die Schüler bis zum Erreichen des ersten Dan oder zumindest bis zu einen der höheren Kyu ohne Hakama Aikidō üben. Die Farbe des Hakama war ebenfalls unerheblich, wobei heutzutage beim Aikidō zumeist schwarze oder dunkelblaue Hakama getragen werden.

Das letzte Wort darüber, ab wann ein Hakama zu tragen ist, liegt bei der jeweiligen Schule oder dem jeweiligen Verband. Das bedeutet ebenfalls, dass der Hakama nicht unbedingt ein Rangabzeichen ist. Die Schülergrade (Kyūgrade) werden i. d. R. durch einen weißen Gürtel kenntlich gemacht. Es wird also auf eine optische Unterscheidung in der Graduierung der Mudansha verzichtet. Im Aikidō gibt es wenige Stilrichtungen/Verbände, die wiederum eine Unterscheidung durch Gürtelfarben (angelehnt an das System anderer Kampfkünste, wie Judō u.s.w.) eingeführt haben. Diese Systeme sind aber nicht die Regel.

Ausrüstung 

Aikidōtraining findet größtenteils ohne Waffen/Übungswaffen statt, doch die drei Waffen Bokken, und Tantō, üblicherweise hölzerne Trainingswaffen, spielen dennoch eine wichtige Rolle. Sie werden verwendet, da viele Bewegungen und Techniken im Aikidō von Waffentechniken wie z. B. Schwert- oder Stocktechniken abgeleitet sind und dadurch die waffenlosen Bewegungsabläufe selbst besser verstanden und verinnerlicht werden können. Je nach Stilrichtung variiert die Bedeutung des Waffentrainings.

Ablauf

RTEmagicC 14d973c551.jpg

          Aikidoka mit Hakamas in Seiza sitzend.

Im Dojo sitzen die Schüler aufmerksam im Seiza während der Lehrer die Übungsformen präsentiert.

Danach üben meistens zwei Partner miteinander. Im regelmäßigen Wechsel nimmt eine Person die Rolle des Angreifers (Uke) ein und die andere Person die Rolle des Angegriffenen (Nage oder Tori). Nage führt eine Technik gegenüber Uke aus. Nach in der Regel zwei oder vier Wiederholungen der jeweiligen Technik vertauschen die Partner ihre Rollen als Uke und Nage.

Die Angriffe bestehen vorwiegend aus Schlägen, Halte- und Würgegriffen. Die Technik selbst ist zumeist in drei Teile gegliedert. Dem Aufnehmen/Vorbeileiten der Angriffsenergie (siehe auch Tai no henkō), der Weiterführung der Energie bis zum Verlust des Gleichgewichts (des Uke) und der Abschlusstechnik, die aus einem Wurf – auch mit anschließender Haltetechnik – oder nur einer Haltetechnik bestehen kann.

Dabei kann das Aufnehmen und Vorbeileiten des Angriffs auf mehrere Weisen erfolgen. Nage (der Verteidiger) kann durch eine Ausweichbewegung (tai sabaki – „bewegen in verschiedene Richtungen“) und einen anschließenden Schritt nahe zum Angreifer hin (omote oder ura – „eintreten in verschiedene Positionen zum Uke hin“) sich mit der Energie des Angriffs harmonisieren. Danach wird, durch die Weiterführung der Angriffsenergie in eine durch Nage bestimmte Richtung, das Gleichgewicht von Uke gestört. Oft finden auch angedeutete Stoß- und Schlagtechniken (atemi) zur Störung des Gleichgewichts Verwendung. Sobald Uke die eigene Kontrolle über seinen Körper verloren hat, ist es nicht mehr schwer, die Bewegung durch einen Wurf oder einen Hebel zu beenden.

Es gibt auch Übungen, in denen Techniken gegen mehrere Partner gleichzeitig geübt werden (randori), und Übungen, bei denen die Technik frei gewählt werden kann (jiyuwaza).

 

Stile

Morihei Ueshiba begann als Jugendlicher Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Studium einzelner Budō-Disziplinen. Nachweislich studierte er Anfang des 20. Jahrhunderts Tenjin Shinyo ryu Jujutsu, Goto-ha Yagyu Shingan ryu Jujutsu, kurzzeitig Judo und vor allem ab 1915 Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu bei Sokaku Takeda. 1919 kam er mit der neo-shintoistischen Bewegung Ōmoto-kyo in Berührung, deren Lehren seine Interpretation von Budō entscheidend mitbeeinflusst haben und daher für die Entstehung des Aikidō als wesentlich anzusehen sind. Bis zu seinem Tode entwickelte Ueshiba sein Aikidō weiter, wobei seine Kunst immer weicher und harmonischer wurde. Da er im Laufe seines Lebens viele Schüler hatte und diese ihn zu verschiedenen Zeitpunkten (Entwicklungsphasen des Aikidō) verließen, entwickelten sich daraus verschiedene Interpretationen des Aikidō von Morihei Ueshiba. Diese verschiedenen Interpretationen sind u.a. Grund verschiedener Stile im Aikidō. Es gibt Stilrichtungen, welche einem einzigen Lehrer folgen, und Stilrichtungen, welche mehr einem Verbund von Lehrern folgen. Die folgende Tabelle stellt bekannte Stile und ihre Begründer dar:

Stil/Organisation

Begründer

Lebenszeit

Aikikai Morihei Ueshiba 1883 – 1969
Aikido Yuishinkai Koretoshi Maruyama * 1936
Aiki-Osaka Hirokazu Kobayashi 1929 – 1998
Dynamic Aikido Nocquet John Emmerson  
Iwama Ryu Morihiro Saito 1928 – 2002
Iwama Shinshin Aiki Hitohiro Saito * 1957
Kōrindō Hirai Minoru 1903 – 1998
Shin-Shin-Tōitsu-Aikidō Kōichi Tōhei * 1920
Shinei Taido Noriaki Inoue 1902 – 1994
Shodokan Kenji Tomiki 1900 – 1979
Tendoryu Kenji Shimizu * 1940
Yoseikan Minoru Mochizuki 1907 – 2003
Yoshinkan Gozo Shioda

1915 – 1994


Neben diesen Aikido-Stilen leiteten einige Schüler von Morihei Ueshiba aus dem Aikido neue Bewegungslehren ab, die teilweise den Bezug auf Aikido nicht mehr in der Bezeichnung benennen, wie beispielsweise das Kinomichi von Masamichi Noro, der jeden Kampfaspekt in der gemeinsamen Bewegung ablehnt.

 

Philosophie 

Aikidō gilt als friedfertige Kampfkunst. Der Aikidōka versucht in der Regel den Angreifer nicht zu verletzen, sondern ihn in eine Situation zu führen, in der sich dieser beruhigen kann. Somit wird dem Angreifer die Chance gegeben, Einsicht zu erlangen und von einem weiteren Angriff abzusehen. Dennoch verfügt ein Aikidōka über Möglichkeiten, einen Angreifer erheblich zu schädigen oder ihn zu töten, was aber nicht im Vordergrund des Aikidō steht. Morihei Ueshiba formulierte dies wie folgt:

es ist viel besser einen Angreifer geistig zu besiegen, so dass er seinen Angriff Wahres Budō dient jedoch nicht einfach dazu, den Gegner zu zerstöerne sondern das er aufgibt“ (Morihei Ueshiba – Budō)

oder

„Wenn du angegriffen wirst, schließe deinen Gegner ins Herz“ (Morihei Ueshiba)

 

Literatur

 

Weblinks

Weiterführende Weblinks in deutscher Sprache

Allgemeine Infoseiten

  • www.aikido.de - Allgemeine Infos über Aikidō (Links, Tipps zur Dojosuche, ...)
  • www.aikido.at - Allgemeine Infos über Aikido und Iaido in Österreich (Links, Photos, Videos, ...)
  • www.aikidolink.ch – Aikidō-Portal für den deutschsprachigen Raum (Aikidō-Forum, Dojolinkliste, Lehrgänge)
  • www.aikidoinfo.de – Aikidō-Infosite, u.A. mit umfangreicher Datenbank (Dojos, Kontaktadressen, Lehrgänge, ...)
  • www.aikido.co.at -österreichischer Aikidoverband (allgemeine Infos, Dojoliste, ...)

Jugendseiten 

Weiterführende Weblinks in englischer Sprache

 

Daitō-Ryū (Aikijitzu)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Daitō-Ryū (jap. zunächst Daitōryū Jūjutsu 大東流柔術, ab 1922 Daitō-Ryū Aiki-jūjutsu 大東流合氣柔術 genannt) ist eine traditionelle, dem Jiu-Jitsu verwandte Kampfkunst, welche auf den japanischen Kaiser Seiwa zurückgeführt wird. Der aus der kaiserlichen Linie stammende General Minamoto Yoshimitsu soll die Kunst ausgeformt und optimiert haben. Das Kampfsystem, benannt nach Yoshimitsus Wohnsitz, wurde später unter der Bezeichnung "Daitō-Ryū" bekannt. Die Kunst wurde über mehrere Jahrhunderte innerhalb des Takeda-Zweiges des Minamoto-Geschlechts als Familiengeheimnis tradiert. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Daitō-Ryū durch Takeda Sokaku (1859-1943) erstmals öffentlich unterrichtet.

Sagawa Yukiyoshi (1902-1998) zählte zu den frühesten Schülern von Takeda Sokaku und gilt als wohlbekannter Daitō-Ryū-Meister. Horikawa Kodo (1895-1980) und Hisa Takuma (1896-1980) lernten ebenfalls unter Sokaku. Sein zweitgeborener Sohn, Takeda Tokimune (1916-1993), begründete 1953 in Abashiri auf Hokkaidō das Daitō-Ryū Aikibudō Haupt-Dōjō mit einer umfangreichen Bibliothek. Tokimunes Schüler Kondo Katsuyuki (*1945) lehrt heute als "Oberhaupt in Vertretung" (sōke-dairi) Daitō-Ryū in Tōkyō.

Einer der prominentesten Schüler von Sokaku war Morihei Ueshiba (1883-1969), der Begründer des modernen Aikidō. Dieser trainierte zwischen 1915 und 1922 unter Sokaku, bis er die "kyōjū-dairi" genannte Lehrlizenz erhielt (zur damaligen Zeit die höchste Auszeichnung). Ueshiba modifizierte die Techniken des Daitō-Ryū und verknüpfte sie mit seinen Kenntnissen anderer Stilrichtungen (ryūha), wie der Yagyū-Shingan-ryū oder der Tenjin Shinyō-ryū. Daraus entwickelte er zunächst ein System mit der Bezeichnung "Aikibudō", um schließlich mit dem Schwergewicht auf spirituelle Aspekte das Aikidō zu stiften. Heutzutage werden Daitō-Ryū und "Aikibudō" von einer vergleichsweise kleinen Gemeinschaft praktiziert.

Weblinks

Shōtōkan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

RTEmagicC 06beaa0c0e.png

Tora no maki, das Symbol des Shōtōkan

Der Begriff Shōtōkan [ʃoːtoːkan] (jap. 松濤館, dt. „Haus des Shōtō“) bezeichnet eine Stilrichtung in der japanischen Kampfkunst Karatedō.

 

Merkmale des Stils

Der Shōtōkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karatedō. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer Stand, der dynamische und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Der tiefe Stand wird in erster Linie im Training der Grundschule Kihon und der Kata sowie in den Basis Kumiteübungen praktiziert. Hintergrund dessen ist, dass so die Muskelatur und die Bänder stehts gedehnt werden um im Kampf eine hohe Reichweite zu erzielen. Hauptmerkmal des Shotokan-Stils ist der Kampf in einer möglichst weiten Distanz zum Gegner. Im Kumite-Shihai und im Jiyu-Kumite steht der Karateka locker und um einiges höher. Ein weiteres Merkmal des Shōtōkan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shōtōkan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden. Wendungen der Stände (jap. 回り, mawari; Kommando: 回って, mawatte) werden im Gegensatz zum z. B. Gōjū-ryū oder Shitō-ryū vom hinterem Fuß initiiert. Shōtōkan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solarplexus bis zu den Genitalien.

 

Geschichte

Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shōtōkan-Karate angesehen. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shōrin-ryū. Shōtō war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen – seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tōkyō eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shōtōkan („Haus des Shōtō“) genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen. Funakoshis Zielsetzung war:

  • Schulung von Geist, Charakter und innerer Einstellung. „Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen.“
  • „Man kann sehr sehr lange trainieren, aber wenn man immer nur Hände und Füße bewegt und wie eine Marionette umherspringt, dann ist Karate nicht anders als Tanzen lernen. Man wird die Hauptsache verfehlen. Es wird so nicht gelingen, die Quintessenz des Karate-do zu begreifen.“ – Funakoshi Gichin, J. Hyams (1979, 87)
  • Wichtig war ihm außerdem auch der Selbstverteidigungsaspekt des Karate. Von Funakoshi stammt die im heutigen Wettkampfkarate kaum mehr beachtete Maxime: „Im Karate gibt es keine erste Hand.“ (D. h. ein Karateka soll niemals, auch nicht präventiv, zuerst angreifen.)

Funakoshis dritter Sohn Yoshitaka Giko entwickelte 1938–1945 als Hauptlehrer im Shōtōkan-Dōjō tiefere und längere Stellungen und ab 1943 Gohon-Kumite, Sanbon-Kumite und Ippon-Kumite. Insgesamt ein dynamischerer und kämpferischerer Stil. Außerdem den Mawashi-Geri, Yoko-Kekomi, Yoko-Keage, Ura-Mawashi-Geri und Fumi-Komi. Kase Taiji Sensei entwickelte zeitgleich als Schüler Yoshitakas den Ushiro-Geri und den Kaiten-Geri. Kaiten (jap.: 回天, "Rückkehr in den Himmel")

Professor Nakayama Masatoshi (1913–1987), Schüler von Gichin Funakoshi, studierte 1937–1946 unter anderem in China Kampfkünste. Er gründete 1949 an der Takushoku-Dai Universität mit Nishiyama und Takagi die Japan Karate Association JKA (日本空手協会, Nihon Karate Kyōkai). Nakayama entwickelte das Jiyu-Kumite, welches später die Grundlage für den Wettkampf im Shōtōkan-Karate darstellte. Die spezielle Form des Kumite ermöglichte eine realistischere Kampfsimulation und eine gute Grundlage für die strategische Analyse, die auch zur Verbesserung der Selbsteinschätzung führte. Die korrekte Ausführung der Techniken wurde durch die Schiedsrichter kontrolliert. Nach dem Krieg war Nakayama Direktor der sportwissenschaftlichen Fakultät der Takushoku-Universität in Tokyo. So kam es erstmals zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Karate. Standardwerke wie das reich bebilderte „Dynamic Karate“ und die mehrbändige Buchserie „Karate-Perfekt“ entstanden. Außerdem fand eine sportwissenschaftliche Zusammenarbeit mit Okazaki Teruyuki (* 1931) damals in der JKA, an der Universität von Long Island in New York statt. Wettkampfregeln wurden schließlich im Jahr 1951 an der Waseda-Universität mit Oshima entwickelt.

Mitglieder der JKA waren unter anderem Kase Taiji, Kanazawa Hirokazu, Enoeda Keinosuke, Tsuyama Katsunori, Shirai Hiroshi, Yahara Mikio, Kawasoe Masao, Tanaka Masahiko, Abe Keiko, Asai Tetsuhiko. Nach dem Tode Funakoshis spalteten sich dessen Anhänger in zwei Gruppen. Eine ist die Japan Karate Kyōkai, die andere die Shōtōkai von Egami Shigeru (1912–1981). Egami, ein Schüler Funakoshis und mehr Mystiker, lehnte Nakayamas Weg als zu sportlich ab und gründete 1958 das Shōtōkai Karate. Shōtōkai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Katas sind mit den Shōtōkan-Katas weitgehend identisch. Nach der Abspaltung der JKA veränderte Egami sein Karatekonzept, das sich bisher an Yoshitaka Funakoshis Auffassung anlehnte, wobei er vom Aikido, Taijiquan und Qigong beeinflusst wurde. Hier unterscheidet sich das Shōtōkai vom Karate der JKA unter Nakayama, die heute versucht zu ihren Wurzeln zurückzukehren.

Kanazawa Hirokazu (* 1931) gründete 1974 mit den Meistern Asano Shiro, Miura Masuru, Nagai Akio, Kawasoe Masao und Koga Rikuta die Shōtōkan Karate International SKI.

Professor Kase Taiji (*1929–2004) gründete 1989 mit Meister Shirai Hiroshi die WKSA in Mailand, die 1999 in die Shōtōkan-Ryū-Kase Ha Instructor Academy überging. Nach Nakayamas Tod konnte er sich mit der immer weiter um sich greifenden Versportlichung des Karate-Dō innerhalb der JKA nicht mehr identifizieren. Am 24. November 2004 starb Shihan Kase.

Das Shōtōkan Karate ist in verschiedenen Weltverbänden organisiert:

In Deutschland sind die Shōtōkan-Karatekas in verschiedenen Verbänden organisiert:

 

Kata

Im Shotokan werden folgende Kata trainiert:

Taikyoku shodan (大極初段) Bassai dai (抜塞大) Gankaku (岩鶴)
Heian shodan (平安初段) Bassai shō (抜塞小) Nijūshiho (二十四歩)
Heian nidan (平安二段) Empi (燕飛) Chinte (珍手)
Heian sandan (平安三段) Jion (慈恩) Sochin (壮鎮)
Heian yondan (平安四段) Hangetsu (半月) Wankan (王冠)
Heian godan (平安五段) Kanku shō (観空大) Meikyō (明鏡)
Tekki shodan (鉄騎初段) Kanku dai (観空大) Gojūshiho dai (五十四歩大)
Tekki nidan (鉄騎二段) Jitte (慈恩) Gojūshiho shō (五十四歩小)
Tekki sandan (鉄騎三段) Ji'in (慈蔭) Unsu (雲手)
Ten no Kata (天の形)  

 

Weblinks

 

Literatur

Quelle: Wikipedia

 

Kobudō

Kobudō (古武道, jap., in etwa "alte Kriegskunst") bezeichnet die Kampfkunst mit den auf Okinawa entwickelten Waffentechniken. Häufig wurden diese Bauernwaffen aus Handwerkszeugen oder alltäglichen Gegenständen entwickelt wie dem Sai (eine modifizierte Mistgabel, wobei diese Behauptung nicht ganz korrekt ist, denn stählerne Geräte für einen Verwendungszweck wie den Misttransport zu verwenden, ist eher unwahrscheinlich. Der Sai darf wohl als Nachbildung der Heiligenzeichen, die indische Mönche zuerst verwendeten, angesehen werden. ), dem Nunchaku (kurzer Dreschflegel), dem Bō (ein 182 cm langer Stab), den Kama (landwirtschaftlich genutzten Sicheln) oder der Tonfa (ursprünglich Griff eines Mühlsteins - heute gewöhnlich von Polizeikräften als Schlagstock verwendet). Speziell in Deutschland hat sich der Hanbo (91cm langer Stab, halber Bo) als weitere Hauptwaffe etabliert, da der Nunchaku inzwischen verboten ist.

Mit Sai und Nunchaku wehrten sich beispielsweise die Bauern gegen vagabundierende Samurais (Ronin), ebenso gegen die Willkür der japanischen Eroberer, die speziell den Begriff Satsumas trugen und häufig Bauernhöfe plünderten.

In japanischen Schriften wird Kobudo oft im Sinne von Koryū benutzt; die hier angegebene Bedeutung ist dagegen im westlichen Sprachgebrauch vorherrschend.

 

Kobudowaffen (Hauptwaffen)

  • Bō, eigentlich Rokushaku-bo (ca. 1,82 m langer Stab)
  • Kama (Sichel)
  • Nunchaku (zwei mit einer Schnur verbundene Stöcke, kurzer Dreschflegel)
  • Sai (dolchähnlicher Dreizack)
  • Tonfa (ähnlich dem Polizeischlagstock, Griff eines Mühlsteins)

Seltenere Waffen

  • Hanbo, Marubo, Takebo, Kakubo, Rokakubo, Hakkakubo, Kyushakubo, Bajobo (verschiedene Formate des Bo)
  • Sansetsukon (dreiteiliger Dreschflegel)
  • Nuntebō (Bō mit Saispitze)
  • Tinbei (Schild aus Schildkrötenpanzer mit Machete)
  • Suruchin (zwei Gewichte mit einer Schnur dazwischen)
  • Tekko (Schlagring)
  • Tecchu (Schlageisen)
  • Rokushakukama (ein Kama befestigt auf einem Rokushakubo, Sense)
  • Manjisai (auch Nuntesai) (Variante des Sai)
  • Kue (Gartenharke)
  • Tuja (Dreizack)

Quelle: Unbekannt

 

Ringen ist ein Kampf- und Kraftsport mit Ganzkörpereinsatz ohne weitere Hilfsmittel.

Bei den Olympischen Spielen der Antike gehörte das Ringen unter dem Namen „Pale“ zu den Disziplinen des Fünfkampfs, war aber auch Einzeldisziplin. Seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit, 1896, gehört Ringen zum olympischen Programm. Seit den Olympischen Spielen 2004 ist es auch olympische Disziplin für Frauen (jedoch nicht in der Stilart „Greco“). Seit 1950 werden jährlich die offiziellen Weltmeisterschaften veranstaltet, mit Ausnahme der Jahre, in denen Olympische Sommerspiele stattfinden.

Es werden zwei Stilarten unterschieden:

  • Freistil: Der gesamte Körper, vom Kopf bis zu den Füßen, gilt als Angriffsfläche. Dieses gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf (siehe Hauptartikel Freistilringen).
  • Griechisch-Römisch (kurz auch Greco): Nur der Körper oberhalb der Gürtellinie gilt als Angriffsfläche. Dieses gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf.

In der Antike traten die Athleten beim Ringkampf nackt an. Sie wurden nicht in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Derjenige, der den Gegner zuerst dreimal auf den Boden warf, war Sieger. Im Gegensatz zu heute gab es keinen Bodenkampf.

 

Frauenringen ist erst seit 2004 olympisch

Die Regeln zielen darauf hin, den Gegner aus dem Stand in die Bodenlage und mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen. Dabei kommen als Techniken Würfe, Schleudern und Hebel zum Einsatz. Schläge, Tritte, Stöße und Würgen sind verboten. Die Kampfleitung und die Wertung der Griffkombinationen übernimmt der Kampfrichter oder ein Kampfgericht aus drei Wertungsrichtern. Sieger ist, wer am Ende der Kampfzeit die meisten Punkte gesammelt hat oder vorher seinen Konkurrenten auf beide Schultern gebracht („geschultert“) hat.

2005 wurde vom Weltverband FILA ein neues Reglement eingeführt: Es wird international und in Turnierkämpfen in drei Kampfrunden, in Mannschaftskämpfen in fünf Kampfrunden zu je zwei Minuten Nettokampfzeit gerungen. Sieger ist, wer als Erster zwei bzw. drei Kampfrunden gewonnen hat. Der Schultersieg beendet weiterhin den Kampf sofort.

Eine Runde gewinnt derjenige vorzeitig, der völlig unabhängig vom Gesamt-Punktestand, zwei 3-Punkte-Wertungen oder eine 5-Punkte-Wertung erzielt. Ein Unterschied von sechs Punkten beendet ebenfalls die Runde. Beendet keiner der beiden Kontrahenten die Runde vorzeitig, siegt bei Punktgleichheit der Ringer mit den wenigsten Verwarnungen. Bei weiterem Gleichstand entscheidet die höchste Einzelwertung - sind diese weiterhin gleich hoch, bestimmt die letzte erzielte Wertung den Sieger.

Der Ablauf einer einzelnen Runde unterscheidet sich in den beiden Stilarten. Im griechisch-römischen Ringkampf erfolgt zunächst eine Minute Standkampf, anschließend zweimal 30 Sekunden Bodenkampf, wobei jeder Ringer einmal in der Oberlage ist. Der Kampfrichter entscheidet, wer nach der ersten Minute der führende oder aktivere Kämpfer war und wer zuerst Obermann sein darf. Erzielt ein Ringer in den 30 Sekunden, in denen er Obermann ist, keine Wertung, so erhält sein Gegner einen Punkt zugesprochen.

Im freien Stil existiert keine angeordnete Bodenlage. Wurde vor Ablauf der Zeit keine Wertung erzielt, darf der aktivere Ringer das Bein des Gegners fassen. Er hat vom Anpfiff 30 Sekunden Zeit, eine Wertung zu erzielen. Sein Gegner hat die Aufgabe, das zu verhindern oder selbst eine Wertung zu machen. Die erste Wertung bestimmt den Sieger der Runde. Wird keine Wertung erzielt, so gewinnt der verteidigende Ringer die Runde.

Die Regeländerungen sollen einen aktiveren Kampf und vor allem einen spannenderen und dadurch publikumswirksameren Sport aus dem Ringen machen. Beide Kontrahenten sind gezwungen, schneller als zuvor zu agieren, um das Punkten des Gegners zu verhindern. Allerdings sind die Regeländerungen heftig umstritten.

Derzeit gelten für die Männer folgende Gewichtsklassen: 55 kg, 60 kg, 66 kg, 74 kg, 84 kg, 96 kg und 120 kg.

 

Abgrenzung zu anderen Sportarten

Ringen (englisch „Wrestling“) ist nicht zu verwechseln mit dem „Professional Wrestling“ (deutsch: „Catchen“), einer besonders in den USA populären Show-Sportart, die anderen Regeln folgt.

In vielen Ländern der Welt sind mit Ringen verwandte Sportarten traditionelle Volkssportarten, zum Beispiel in China (Shuai Jiao), in der Türkei (Öl-Ringkampf/Yağlı Güreş in Kırkpınar), in Afghanistan/im Iran (Koshti/ ادعا), in Korea (Ssireum), in der Mongolei (Boke), in Island (Glíma), in Japan (Sumō), in Österreich (Ranggeln) und in der Schweiz (Schwingen). Ebenso auf den zu Spanien gehörenden Kanaren Lucha Canaria.

 

Mannschaftskämpfe

Ringen wird auch als Mannschaftssport ausgetragen, hier treten jeweils zwei Teams gegeneinander an. Jedes Team stellt in der Regel pro Gewichtsklasse zwei Starter auf, da sowohl im Freistil als auch im griechisch-römischen Stil gekämpft wird. Für das Gesamtergebnis werden die einzelnen gewonnenen Runden addiert. Ausnahme bilden der Schultersieg, die technische Überlegenheit, Aufgabe und Disqualifikation eines Ringers. Diese werden im Gesamtergebnis mit 4:0 für den Sieger gewertet. Werden beide Ringer vom Kampfrichter disqualifiziert, werden keine Punkte vergeben.

Einmal im Jahr finden die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Frauen statt, bei welchen ausnahmslos Auswahlmannschaften der verschiedenen Bundesländer gegeneinander antreten. Die Kämpfe finden nur im freien Stil statt.

 

Deutsche Bundesliga

In der Saison 2007/2008 ist die Bundesliga in die Staffeln Süd, Mitte und Nord unterteilt, welche jeweils acht Mannschaften beinhalten.

 

Schweizer Nationalliga

Die Nationalliga ist in zwei Ligen, die Nationalliga A (NLA) und die Nationalliga B (NLB) unterteilt. Jede Liga ist in zwei Gruppen von jeweils 4 Teams eingeteilt. In der NLA werden diese ausgelost, in der NLB erfolgt die Zuteilung geografisch (Gruppe West und Gruppe Ost). Die Meisterschaft besteht aus drei Phasen:

  • Vorrunde: Vor- und Rückkampf innerhalb der jeweiligen Gruppe
  • Playoff / Playout (Vor- und Rückkampf. Erster Gruppe A gegen den Zweiten der Gruppe  B, usw).
  • Final- / Abstiegskämpfe (Modus: Best of Three).

Die letztklassierten Teams der NLA und NLB steigen in direkt in die untere Liga ab. Die Ersten der NLB und der 1. Liga steigen direkt in die höhere Liga auf.

 

Siehe auch 

 

Literatur

Konstantin Groß: "Fit für die Zukunft. 100 Jahre Kraft-Sport-Verein Schriesheim. Mit einem Vorwort von Bundeskanzler Gerhard Schröder", Mannheim 2003, Verlag Druckerei Stöckl GmbH Mannheim, ISBN 3-9806908-8-1, gebunden, 386 Seiten, Darstellung der historischen Entwicklung dieses Ringer-Vereins (Zweite Bundesliga) als exemplarische Studio für den Ringer-Sport vor Ort im 20. Jahrhundert.

 

Weblinks